Vortrag: Der große römische Gutshof von Hechingen-Stein – ein Update
mit Dr. Johann-Christoph Wulfmeier / Thomas Schlipf, Landesamt für Denkmalpflege, Rottweil
Die Hechinger Anlage, die schon zwei Mal Thema im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe war, liefert auch nach über fünf Jahrzehnten währender Grabungstätigkeit Jahr für Jahr spannende neue Erkenntnisse zur römerzeitlichen Lebenswelt in der Provinz. Bei den jüngsten Grabungskampagnen konnten diverse Gebäude neu freigelegt und schon bekannte Strukturen weiter ergänzt werden. Auch wurden wiederum umgefallene Mauern angetroffen, die nicht nur wertvolle Informationen zum Aufbau und zur Gliederung römischer Architektur geben, sondern auch zeigen mit welchen Problemen die antiken Bewohner zu kämpfen hatten. Probleme, die möglicherweise letztlich zur Aufgabe des Gutshofs führten. Aber auch im Bestand des Freilichtmuseums hat sich viel getan. Der auf den originalen römischen Fundamenten erfolgte, deutschlandweit einzigartige Nachbau des „Heiligen Bezirks“ vermittelt jetzt eindrücklich die Vielfarbigkeit und den Variantenreichtum antiker Sakralbauten. Mit einem ganz besonderen Highlight sind die Ausgräber seit 2022 beschäftigt, als man auf die ersten Bruchstücke eines monumentalen, mehr oder weniger singulären Pfeilerdenkmals mit
figürlichen Darstellungen stieß. Bis heute konnten mehrere hundert, teils zentnerschwere Fragmente geborgen werden, die wohl meist zu Figuren und Wesen aus dem römischen Götterhimmel gehören.