Vortrag: Warum brauchen Fische und wir gute Kläranlagen?
mit Prof. Dr. Rita Triebskorn, Physiologische Ökologie der Tiere, Eberhard Karls Universität Tübingen
Obwohl die Reinigungsleistung von Kläranlagen in Deutschland im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts kontinuierlich verbessert wurde, sind die meisten Anlagen derzeit nicht in der Lage, die Vielzahl an Chemikalien, die wir in unserem täglichen Leben einsetzen, sowie (multiresistente) Keime vollständig zu entfernen. Sowohl Krankheitserreger als auch Chemikalien gelangen deshalb über das Abwasser in unser Gewässer und stellen dort eine Gefahr für Menschen, die Oberflächenwasser nutzen, und Gewässerorganismen, die kontinuierlich dem „Cocktail“ aus sehr unterschiedlichen Stoffen ausgesetzt sind, dar. Einige der Stoffe werden mittlerweile auch im Grund- und Trinkwasser nachgewiesen. Der Vortrag zeigt, um welche Chemikalien und Keime es sich hierbei handelt, wie effektiv man mit neuen Reinigungstechniken diese aus dem Abwasser entfernen kann, und welche Vorteile die Investition in eine 4. Reinigungsstufe auf Kläranlagen – auch im Kontext des Klimawandels – für Mensch und Umwelt bringt.